Montag, 24. Februar 2014

In the Beginning .... (2)

Was bisher geschah ...

Entgegen seiner illusorischen Hoffnungen war das Leben in der Minenkolonie hart, trist und von Entbehrung geprägt. Seine Mutter übernahm neben ihren beruflichen und familiären Pflichten nun auch noch die Funktion seiner Lehrerin. Sie versuchte ihrem Sohn den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten, doch Sedrick floh in seine eigene kleine Welt, in der er angreifende Vanduul und Xi‘an zurückschlug und unbekannte Welten entdeckte. Oft begleitete er seinen Vater zum Dienst und lernte so viel über Überwachungstechnik und die Arbeit eines Sicherheitschefs, der mit der zunehmenden Minenarbeiterpopulation und stetigem Konfliktpotential auch nicht über zu wenig Arbeit klagen konnte.

Die Jahre krochen dahin und Sedrick fand sich schließlich damit ab, auf diesem Gesteinsbrocken zu versauern, bis er seine Volljährigkeit erreichte. Doch dann, am 24.12.2923, kamen die Vanduul.

Die Frau zieht begierig an ihrer Zigarette, inhaliert genüsslich die Tabakdünste und entläßt den Rauch erst Sekunden später wieder durch die Nase, während die Computerstimme monoton Harkovs Lebenslauf wiedergibt.

Bisher war für ihre Ohren nur wenig neues geschweige den interessantes dabei und so lehnt sie sich etwas in ihrem Stuhl zurück, die Augen weiterhin geschlossen haltend. Die Erwähnung der feindseligen und allseits gefürchtetenen nomadischen Aliens läßt sie scheinbar völlig kalt. Mehr noch, auf einen unbeteiligten Beobachter würde sie fast gelangweilt wirken. Es scheint fast so, als wäre sie eingedöst, doch dies entspricht keineswegs den Tatsachen.

Die zur Rettung entsendeten UEE-Schiffe konnten einige Tage später nur die Vernichtung der Minenkolonie vermerken. Große Teile der Ausrüstung und das geförderte Erz waren verschwunden. In einem wrackgeschossenen Transporter, einige tausend Klicks vom Planetoiden entfernt, fand man schließlich ein dutzend verängstigter Überlebender, unter denen sich auch der junge Harkov befand. Von den restlichen 600 Kolonisten, zu denen auch die Eltern Harkovs zählten, fehlte jede Spur. Eine Befragung der Überlebenden brachte keine tieferen Erkenntnisse über das Schicksal der restlichen Besatzung zu Tage und so wurden sie kurzerhand für Tod erklärt. Von diesem Vorfall erholte sich die K.A.M.C. nicht mehr. Schon zwei Jahre später wurde das Unternehmen von einer größeren Bergbaugesellschaft aufgekauft und umstrukturiert. Eine Entschädigungszahlung an die überlebenden Betroffenen und Hinterbliebene erfolgte nie. Heute erinnert nur noch Randnotizen in den Geschichtsbüchern an den AX-6793-Vorfall und die K.A.M.C.

Noch auf dem Rückflug in die Kernsysteme entschied sich Harkov für eine Karriere in der UEE-Navy, denn nur so erhoffte er sich Rache an den Vanduul nehmen zu können. Nachdem der Rekrutierung hinter ihm lag, erreichte er einige Wochen später, am 01.02.2924, als frisch gebackener Navyangehöriger die MacArthur Basis im Kilian System, um mit gerade mal 17 Jahren seine Ausbildung zum Piloten im Dienste des Imperiums anzutreten.

Harkovs militärischer Laufbahn sollte zunächst Tür und Tor offen stehen. Seine durch Rachegedanken motivierte Beharrlichkeit und der damit verbundene Ehrgeiz ließ ihn die Grundausbildung ohne Murren und mit ausgezeichneten Referenzen überstehen. Nach Ausbildungsabschluss trat es seinen Dienst als Jagdpilot auf der UES Intrepid an, auf der er sich seine Sporen verdiente. In seiner Akte sind 75 bestätigte Abschüsse und mehrere Belobigungen vermerkt. Allerdings waren es auf lange Zeit nie die Vanduul, gegen die er ins Feld zog, sondern meist Kriminelle oder aufmüpfige Grenzsysteme.

Dies änderte sich, als die Intrepid am 23. November 2929 zusammen mit dem Ausbildungsgeschwader HERION-1 nahe Bremen in einen Hinterhalt der Vanduul geriet. Die anfangs schwachen Verbände lockten die Schiffe in einen Kampf, zu dem jedoch zusätzliche Vanduulschiffe hinzustießen. Die Falle schnappte zu und das zweite Trägerschiff, die UES Stallion, sowie beide Begleitversorger wurden in den Kämpfen zerstört. Die UES Intrepid entkam zunächst, um dann aber erneut unter Feuer zu geraten. Nur wenige Besatzungsmitglieder entkamen diesem Inferno. Wie Harkov überlebte war lange Zeit als Verschlusssache deklariert und wurde erst Ende 2938 von der Flottensicherheit freigegeben.

Die Aufzeichnungen, die aus dem Wrack geborgen werden konnten, belegen, dass der Taktikoffizier Konrad Artel eine handgreifliche Auseinandersetzung mit dem Kapitain der Intrepid hatte. Artel hatte die Falle erwartet und zum Rückzug gedrängt. Als er der Brücke verwiesen werden sollte schlug er den Kommandanten nieder und floh. Eine Verfolgung wurde durch die einsetzenden Kämpfe eingestellt. Artel bestieg einen der Ausbildungsjäger, eine AS-1 Cutlass, und konnte elf Menschen vor dem Eintreffen der zweiten Vanduulwelle in Sicherheit bringen. Unter ihnen befand sich auch Harkov, der nach dem Rückzug sein Schiff bei einem Treffer in die Hangarbucht verloren hatte und dabei verletzt worden war. Nachdem Artel seine Passagiere auf Stanton III abgesetzt hatte, verschwand er.
Harkov und die anderen Überlebenden konnten vor der Untersuchungskommission keine Angaben über den Verbleib ihres Retters machen, sprachen sich jedoch geschlossen für eine Teilbegnadigung des Desserteurs aus. Fast schien es so, als wollten sie Artel decken. Man schrieb dieses wenig kooperative Verhalten den traumatischen Erlebnissen zu und daher verzichtete die Komission auf Akteneinträge bei allen Beteiligten

Harkov wurde nach seiner langwierigen Genesung als Staffelkommandant auf einen Träger der Bengal Klasse, die UES Saratoga, versetzt. Hier fand sein militärischer Aufstieg im August 2931 ein Ende, als ein Transportverband der Vanduul aufgespürt und angegriffen wurde. Harkov widersetzte sich dem Rückzugsbefehl, der dazu dienen sollte, die Hauptflotte der Vanduul ausfindig zu machen. Seine Staffel zerstörte eigenmächtig die zwei verbliebenen Transporter und deren Jägereskorte, zahlten dafür jedoch einen hohen Preis. Von Harkovs Piloten kehrten  nur er und sein Flügelmann lebend zur UES Saratoga zurück. Als Reaktion auf diesen Verstoß degradierte ihn ein Tribunal und versetze ihn auf einen unbedeutenden Wachposten in der Nähe der Perry-Linie. Harkov, verbittert über dieses Urteil und den Verlust seiner Piloten, verließ aus freien Stücken den Militärdienst. Das Ende des Jahres 2931 markiert gleichzeitig das Ende seiner Karriere in der Imperialen Navy.

"Hier enden die offiziellen Aufzeichnungen der Imperialen Navy. Von da an taucht Harkovs Name nur noch in unregelmäßigen Abständen im Netz auf. Wünschen sie eine Schilderung seines weiteren Werdegangs?", unterbricht die Computerstimme ihren Bericht.
Die Frau öffnet die Augen und drückt den Zigarettenstummel achtlos auf der Lehne ihres Stuhls aus und schnippt ihn in den Raum. In ihren Augen funkelt es. Langsam vervollständigte sich das Bild.
"Ja! Berücksichtige ab hier auch Querverweise auf Einträge zu Konrad Artel und Cliona Haskins.", weist sie die KI mit rauchiger Stimme an. Mit einem kurzen Blick auf die laufenden Algorithmen überzeugt sie sich davon, dass alle Vorsichtsmaßnahmen und Aufzeichnungen ihren Dienst verrichten, bevor sie nach einer weiteren Zigarette greift, diese zwischen die Lippen klemmt und entzündet. Diesmal scheint sie durchaus interessierter den weiteren Ausführungen der elektronischen Stimme zu lauschen, die fast umgehend mit ihrem Bericht fortfährt.

Kommentare:

  1. Und diesmal ganz ohne Möchten-sie-mehr-wissen-Button ;)

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    1. Sicher. Die Fortsetzung ist schließlich schon beschlossen. ^^
      Die Chance mir Einhalt zu gebieten wurde vertan! ;)

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  2. Es ist sehr gut geschrieben, auch wenn ich das Gefühl habe, hier als nicht Star-Citizen-Insider irgendwann nicht mehr mit zu kommen.

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    1. Keine Sorge ich nutze das vornehmlich als Plattform für die Vorstellung unserer Organisation und es ist nicht meine Absicht meine Leser mit Lore zu erschlagen. Es sollen reine Stimmungstexte werden, mit Option auf mehr.

      Ich bin (falls gewünscht) aber gern bereit etwas tiefer ins Detail zu gehen. Wünscht der Herr ein Glossar? :)

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    2. Das würde ich nicht unbedingt sagen, aber ich bin nicht böse, wenn spielbezogenens Insiderwissen zu mindest in Andeutungen erklärt würde. Die Neugierde für Organisation und Geschichte sind nämlich da. Nur fürs Spiel (noch?) nicht.

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Immer schön freundlich! Wer spamt oder rumnörgelt landet schneller im imperialen Papierkorb, als er Hesy-Sa-Neb-Ef sagen kann. ;-)