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Donnerstag, 27. November 2014

Grenzlandgeschichten, Episode 1: Zer0 Sum

Ich bin ein Fanboy! Ich liebe die interaktiven Geschichten die Telltale uns in The Walking Dead und The Wolf among us erzählt hat und ich Liebe den Humor und die ganzen schrägen Charaktere der Borderlands Reihe. Folglich müsste eine Fusion beider Elemente für mich der Inbegriff der guten Unterhaltung sein und was soll ich sagen ... Das ist es!

Vorhang auf für die Grenzlandgeschichten!


Story
Zeitlich spielt der Auftakt Zer0 Sum etwas nach dem Ende von Borderlands 2 und man sollte zumindest diesen Teil gespielt haben, um die ganzen Querverweise und die Ausgangssituation vollends zu verstehen. Aber es geht auch so, denn die Geschichte, die hier als Rückblick erzählt wird, kann auch für sich alleine stehen.

Ich will hier nichts spoilern, aber kurz umrissen kann man mit Zer0 Sum 2-2,5 Stunden richtig viel Spaß haben. Das typische Pandora-Feeling stellt sich schon nach wenigen Minuten wieder ein.

Dass kennt und liebt der Borderlandsfan. Die stylischen Standbilder zur Charaktervorstellung.
Vault Keys, Loaderbots, Hyperium, Banditen, Psychos, Skags, the one and only Zer0 und teilweise recht morbider Humor geben sich die Klinke in die Hand.

Die beiden gegensätzlichen Hauptcharaktere (der Hperion Angestellte Rhyes und die Gaunerin Fiona) und ihre Sidekicks wachsen einem schnell an Herz und was hier seinen Beginn findet, läßt auf eine interessante Hatz quer durch die Enöde Pandoras hoffen.

Fortsetzung folgt hoffentlich bald.

Gameplay
Tales from the Borderlands ist kein Spiel! Nun, das kennt man ja von Telltale. Der Name ist hier Programm. Ihr bekommt mit Zer0 Sum einen interaktiven Zeichentrickfilm geboten, der mit viel Liebe und Witz erzählt wird und einem immer wieder sugeriert, die Story durch Handlungen beeinflussen zu können. Spielerrische Herrausforderungen durch Rätsel oder Actionsequenzen sucht man vergebens und selbst die Quicktime Events sind eher Beiwerk, auch wenn sie recht gut eingebunden und zumindest nach meiner Auffassung nicht nervig sind.

Quicktimeevent incomming. Die Bewaffnung des Bots bestimmt man übrigens selbst.
FunFact: Diesmal wird man sogar dafür belohnt, wenn so eine Sequenz mal in die Hose geht, denn die Sterbeszenen werden teilweise recht ironisch durch die beiden Charaktere kommentiert, eben weil die Geschichte ja eigentlich ein Rückblick ist der von beiden etwas widersprüchlich erzählt wird, was zu einigen witzigen Twists führt, denn eigentlich war es ja ganz anders. ^^

Schwerpunkt liegt somit auf der Story und den Charakteren und hier kann Zer0 Sum voll punkten. Was will man mehr!?

Präsentation
Man nehme, den Cel-Shading-Lock der Borderlandsspiele, ein paar hervorragende Sprecher, stimmige Musik und bekannte Elemente, die Ausflüge nach Pandora so einzigartig machten und packe dies in das Gerüst üblicher Telltalespiele
Das Ganze gut schütteln und mit ein paar Quick Time Events würzen. Heraus kommt die perfekte Abendunterhaltung die 10 mal besser schmeckt als ranziger Skag am Spieß und noch dazu gut bekömmlich ist.

Alles wirkt wie aus einem Guss! Das Spiel verströmt an allen Ecken und Enden den so tpischen Borderlandsflair. Ganz ohne Ruckler, Abstürze, Zielhilfe und Knoten in den Fingern. ^^

Nur den Englischen sollte man fähig sein, denn eine Lokalisierung gibt es erfahrungsgemäß erst, wenn das Gesamtwerk als Box im Handel steht. Das kann aber noch dauern.

Fazit
Mir hat Zer0 Sum deutlich mehr Spaß gemacht und mich besser unterhalten als die gesamte letzte Staffel von Telltales The Walking Dead. Wenn man etwas von Telltale kauft weiß man ja, dass man einen interaktiven Film bekommt und kein Spiel im herkömlichen Sinn.

Die Cel-Shading-Optik finde ich sehr stimmig, gerade im Hinblick auf die Borderlandsspiele und die Story macht auch Lust auf mehr. Ich fand es erfrischend, dass man mal von der düsteren Stimmung eines The Walking Dead oder The Wolf among us wegkommt und das Ganze mit viel Augenzwinkern und typischem, teilweise recht derben Borderlandshumor präsentiert bekommt.

Für mich ist die Fusion somit ein voller Erfolg und ich freue mich schon riesig auf Episode 2. Es ist wie nach Hause kommen. Nur (fast) ohne Waffen! :D

9/10 Punkten auf meiner subjektiven Wertungsskala.

Freitag, 11. Juli 2014

Hands on ... X-Wing Miniaturenspiel

Ich habe es ja bereits  hier und hier geschrieben, dass ich dem X-Wing-Fieber verfallen bin. Da nun schon mehrfach Fragen aufkamen, worum es bei dem Spiel nun geht und wie man das spielt hier eine kurze Zusammenfassung.

X-Wing ist ein Tabletopspiel im Star Wars Universum zur Zeit des Galaktischen Bürgerkriegs. Für alle Star Wars Laien ... das ist der Zeitraum in der die guten Filme der Reihe spielten und nicht die weichgespülten Machwerke die um die Jahrtausendwende erschienen sind und für mich beinahe das Ende einer Ära markiert hätten.

Aber zurück zum Thema! In einem definierten Areal (90x90 cm) treten kleine Miniaturschiffe des Imperiums und der Rebellion gegeneinander an. Anders als bei Warhammer wird dies jedoch noch um den Aspekt eines Kartenspiels ergänzt, denn jede Miniatur, der verschiedene Pilotenkarten zugeordnet werden können, kann durch Ausrüstungskarten weiter modifiziert und somit aufgewertet werden. Dabei unterscheidet man zwischen Modifikationskarten, Eliteskills für Piloten, sekundären Waffensystemen (Torpedos, Bomben, versch. Raketen), Copiloten, Astromechdroiden, Sensoren und Titeln.

Natürlich kann nicht jedes Schiff jede Ausrüstung tragen und somit nimmt jede Einheit auf dem Schlachtfeld auch eine andere Rolle ein. Wendige A-Wing dienen als Flanker, sind extrem agil, machen aber nur wenig Schaden, behäbige Y-Wing dienen als Gefechtskopfplattform und X-Wing sind gute Allrounder.
Für das Imperium stehen u.a. Tie Fighter, Abfangjäger und Tie-Bomber bereit.

Jedem Piloten und jeder Karte ist ein bestimmter Punktewert zugeordnet und nun gilt es seine individuelle Staffel zusammen zu stellen. Normalerweise sind hierfür 100 Punkte verfügbar doch dies kann man vor dem Match klären. Maximal 100 Punkte sind jedoch meist die Norm denn dies entspricht der üblichen Turnierstärke einer Staffel.

Hier muss man als Spieler nun entscheiden ob man lieber auf Klasse oder auf Masse setzt, denn je besser ein Schiff und dessen Pilot um so teurer wird es. Während ein einfacher X-Wing ohne Zusatzausrüstung schon für 21 Punkte zu haben ist (Anfängerpilot) verschlingt des selbe voll aufgerüstete Schiff mit Wedge Antilles am Steuer schon bis zu 47 Punkte. Für den Preis bekommt man schon zwei Anfänger samt R2-Einheit und Flechettetorpedos. Man muss also für sich selbst entscheiden, ob das Elitetalent Wedges (er reduziert beim Angriff die Ausweichfähigkeit seines Gegners) und die zusätzliche Ausrüstung diese Kosten rechtfertigt.

Hat man seine Staffel zusammengestellt geht es an den Aufbau des Spielfeldes. Verschiedene Marker (Zielerfassung, Fokus, Ausweichen, Kritische Treffer, Stress) werden bereitgelegt und Hindernisse auf dem Schlachtfeld verteilt. Bei Punktegleichstand hat der Imperiale Spieler die Initiative, andernfalls der Spieler, der weniger Punkte in seine Staffel gesteckt hat.
Ist alles vorbereitet und die Staffeln im jeweiligen Startbereich positioniert, beginnt das Spiel.

Eine Runde setzt sich dabei aus Planungs-, Manöver- und Aktions-, Kampf- und Endphase zusammen die nachfolgend kurz erklärt werden.

Die Planungsphase läutet die Runde ein. Hier bestimmt jeder Spieler im Geheimen, welches Schiff, welches Manöver fliegen soll. Dabei stellt er das gewünschte Manöver auf dem Manöverrad des jeweiligen Schiffes ein und legt es verdeckt neben das Schiff.
Dabei haben unterschiedliche Schiffstypen auch unterschiedliche Manöver. Nur Abfangjäger können z.B. 5-geradeaus fliegen, tun sich jedoch mit 90°-1er Kurven schwer. Jedem Manöver ist dabei eine Farbe zugeordnet, die Auskunft über den Schwierigkeitsgrad dieses Manövers gibt. Grüne Manöver sind sehr leicht und dienen dem Stressabbau, weiße sind Standard und haben weder Vor- noch Nachteile und rote Manöver belasten Schiff und Piloten, der dadurch einen Stressmarker erhält und die Aktionsphase überspringen muss.
Wurde allen Schiffen eine Manöverrad zugeteilt beginnt die Manöver- und Aktionsphase. Beginnend mit dem kleinsten Pilotenwert bewegen sich die Schiffe gemäß ihres eingestellten Manövers (mittels entsprechender Schablonen) und führen dann eine optionale Aktion aus, die Teil der Schiffseigenschaften oder einer Ausrüstungskarte ist. Dies kann z.B. eine Zielerfassung, ein Triebwerksschub oder eine Fassrolle sein, um einen Vorteil in folgenden Kampfphase zu erlangen. Schiffe mit Stressmarker können keine Aktionen ausführen. Das Schiff mit dem höchsten Pilotenwert bewegt sich dann zuletzt.
In der Kampfphase beginnt eben jenes Schiff und greift ein Ziel an, sofern sich ein feindlicher Jäger im eigenen Feuerbereich und in Reichweite befindet. Die Schiffseigenschaften (Waffenwert und Wendigkeit), sowie die Entfernung zum Ziel regeln dann, wieviel Angriffswürfel der Aggressor und wieviel Verteidigungswürfel der Verteidiger verwenden darf. Anschließend wird das Ergebnis des Wurfs ausgewertet und das angegriffene Schiff verliert Schildpunkte, nimmt Schaden oder weicht dem Angriff aus. Sobald alle Schiffe abgehandelt wurden beginnt die Endphase in der man das Spielfeld von Markern beräumt die nach der Kampfphase ihre Funktion verlieren und Bonusaktionen ausführt die dieser Phase vorbehalten sind. Dann beginnt Runde 2.
Das Spiel geht so lange bis alle feindlichen Maschinen zerstört, die Spielzeit um ist (in der Regel 75 Minuten) oder der Gegner das Handtuch geworfen hat.

X-Wing ist ein sehr vielschichtiges Spiel, vor allem, weil es zahllose Erweiterungen für die heimischen Flotten gibt. Der Schlagabtausch mit dem Gegner ist sehr taktisch und kein Match gleicht dem anderen.
 Die Regeln sind leicht zu verinnerlichen, doch es vergeht einige Zeit, bis man seine Schiffe souverän durch das Schlachtgetümmel lenkt.

Wer das Spiel jedoch ernsthaft angehen will muss auch einiges investieren. Das Grundspiel (mit 3 Raumschiffen) allein kostet etwa 22 € und weiß schon gut zu unterhalten. Für größere Flotten benötigt man jedoch die dargebotenen Erweiterungspacks, von denen es inzwischen 4 Wellen a 4 Schiffe und 3 Spezialerweiterungen gibt.
Der Preis für eine Erweiterung liegt zwischen 9,50 € (Raumjäger samt Kartensatz) und 62 € (Corvette für das epische Spiel samt Kampagne).
Im Nachfolgenden Bild sieht man jedoch recht gut, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis durchaus angebracht ist, vor allem für die riesigen Schiffe.


Leider ist es um die Verfügbarkeit einzelner Erweiterungen immer recht schlecht bestellt, da die Fanbase oft Hamsterkäufe tätigt oder sich nur selten mit jeweils einem der Schiffe einer Welle zu frieden gibt und der Hersteller nur überschaubare Stückzahlen in den Handel gibt. Reprints der Modelle dauern dann meist einige Zeit und man muss Gedult haben. Mit etwas Beharrlichkeit und den richtigen Quellen wird man jedoch meist immer fündig und kann dann auf alle Schiffe einer Fraktion zugreifen.

Für mich als Star Wars Nerd ist X-Wing jedenfalls eine Spieleoffenbarung die einen Kindheitstraum wahr werden lässt. Endlich mit dem Imperium den dreckigen Rebellen zu zeigen, wo der Hammer hängt! ;)

Allein schon dafür verdient das Spiel 10/10 grüne imperiale Daumen nach oben.

Und damit ihr mal seht, wie so ein Spiel in der Praxis abläuft, hier mal die Links zu den bebilderten Spielberichten meiner ersten beiden Matches gegen einen richtigen Gegner.

Runde 1 (Sieg für das Imperium)
Runde 2 (Die Allianz erschleicht sich einen schalen Sieg)

Freitag, 27. Juni 2014

Get a heart!?

Schon wieder ein Review!? Ja, so was kommt nun vielleicht wieder öfter! Diesmal habe ich mir mal die Standalone Erweiterung Far Cry Blood Dragon zur Brust genommen, da ich sie im aktuellen Steam Summer Sale für wenig Geld geschossen habe. Da sich das Spiel selbst nicht ernst nimmt, versprach der Kauf einen kurzweiligen Shooter mit vielen Anleihen an das Action Kino der 80er, quasi ein B-Movie zum selber spielen. Da kann man doch quasi nichts falsch machen, oder?

Der Trailer machte mich jedenfalls neugierig.



Allgemeines

Die Zukunft! Wir schreiben das Jahr 2007, die Erde ist von Atomkriegen verwüstet und eine neue Generation von Soldaten ist aus den Trümmern gestiegen, die Cyber Commandos.
Moment mal 2007!? Ihr habt richtig gelesen, das Spiel suggeriert einem quasi eine Zukunftsvision aus dem Blickwinkel der 80er in denen der Kalte Krieg von der Nahen Apokalypse zehrte. Das Spiel fährt dabei sämtliche Geschütze an haarsträubenden technologischen Unmöglichkeiten auf und nimmt sich an keiner Stelle wirklich ernst.

Wir sind Rex Power Colt, ein Mark IV Cyborg und wir haben eine Mission! Gemeinsam mit unserem ebenfalls augmentierten Partner werden wir auf eine Insel gesandt, um nach unseres ehemaligen Vorgesetzten zu suchen, der angeblich in dunkle Machenschaften verstrickt ist.
Die Ankunft auf der Insel dient als Tutorial und das ist eines der Highlights des Spiels, denn unser Partner hat unsere Cyborgsoftware so modifiziert, dass wir nur nach und nach Zugang zu unseren Fähigkeiten bekommen, was Rex nicht nur einmal entnervt kommentiert, während die KI in seinem Kopf stur das Trainingsprogramm für Anfänger abspult. Der Humor von Blood Dragon lebt größtenteils von den platten Sprüchen des Hauptcharakters, übertrieben pathetischen Dialogen und einer gehörigen Portion ins lächerliche verdrehtem Patriotismus.
Als wir dann endlich vollen Zugriff auf unsere Fähigkeiten bekommen, wird klar, Rex ist keine zimperliches Kerlchen und es fließt Kubikmeterweise Hydraulikflüßigkeit, was regelmäßig mit trockenen Sprüchen kommentiert wird.
"Gut kauen, es ist Schrot!" - Blood Dragon lebt von den bissigen Kommentaren des Protagonisten
Die Freude wärt jedoch nur kurz, denn mit dem Ende des Tutorials, entlässt und das Spiel mittellos in die offene Inselwelt und wir müssen erst langsam wieder zu alter Stärke kommen. Dies geschieht über Erfahrungspunkte die Rex in Richtung Maximalstufe 30 aufsteigen lassen. Jeder Levelaufstieg belohnt uns mit passiven Fähigkeiten, wie mehr Leben oder besserer Schadensresistenz und die können wir gut gebrauchen, denn die Insel ist kein Ort für ein lauschiges Picknick. Neben den Cyborgs unseres Gegenspielers und der kybernetisch optimierten Fauna, warten auch die namensgebenden Blutdrachen auf ihr Stelldichein.

Diese Biester stellen die gefährlichsten Gegner auf der Insel dar, doch sind gleichzeitig auch die größte taktische Komponente im Spiel. Blutdrachen unterscheiden nämlich nicht zwischen uns oder unserer Gegnern. Sie sind die Krone der Schöpfung und fressen was ihnen vors Maul kommt. Zum Glück haben sie extrem schlechte Augen, was wohl der Tatsache geschuldet ist das diese Laserstrahlen verschießen können. Ja! Laserstrahlen! Aus den Augen! Da bekommt jeder Augenarzt sicher nervöse Zuckungen. Dafür hören und riechen sie um so besser. Riechen!? Ja, und sie lieben den Geruch von frische Cyberherzen. Wir verbringen somit den Großteil der freien Spielzeit damit unseren getöteten Gegnern die mechanisch optimierten Herzen aus der Brust zu reißen was Rex immer und immer wieder mit den selben dummen Sprüchen kommentiert.
Schenk mir ein Herz oder ich verbrenne dich mit meine Laseraugen.
 Leider ein muss, wenn wir die Drachen für unsere Zwecke nutzen wollen, denn ein geschickt geworfenes Herz lockt die Drachen dorthin wo wir sie haben wollen. Wer geschickt spielt, kann sich entspannt zurücklehnen und den Giganten den ganzen Spaß lassen um quasi ohne groß aktiv zu werden eine der zahlreichen Garnisonen einzunehmen. Dies ist zwar optional, doch die Nebenmissionen die man in den Garnisonen bekommen kann schalten Waffenupgrades frei, die das Spiel deutlich erleichtern. Wer jedoch einmal das Sprenggeschoss-Upgrade samt erweitertem Magazin und Automatikmodus für das Scharfschützengewehr freigeschaltet hat, kann bedenkenlos seinen Weg in Richtung Endkampf antreten.

Abseits der recht kurzen Haupthandlung lädt die frei begehbare Insel zum Erkunden ein. Einige Sammelaufgaben können abgearbeitet, simple Nebenquests absolviert oder die Tierwelt der Insel ausgedünnt werden, wofür es neben Geld eben auch die erwähnten Modifikationen für die vier Hauptwaffen, Pistole, Sturmgewehr, Schrotflinte und Scharfschützengewehr gibt. Mehr Waffen kann Rex nicht tragen, doch das ist auch nicht nötig, denn die 3 optionalen Zusatzwaffen (Minigun, Flammenwerfer und Bogen) bringen im späteren Spielverlauf keinen Nutzen mehr, da sie alle nicht aufgerüstet werden können.  Die Nebenquests sind leider wenig motivierend, da sie immer nach dem selben Muster ablaufen - Töte x mit Waffe y oder befreie z.

Irgendwann folgt man nur noch der Haupthandlung und die ist es, die den Reiz des Spiels ausmacht, denn hier fahren Gegner und Rex ihr gesamtes Arsenal auf.

Leider ist die Story schon wieder vorbei bevor man es sich versieht. Schade! Hier hätte man mehr Ressourcen reinstecken können und dafür lieber auf den mäßigen Open World Teil verzichten sollen

Technik

Technisch ist Blood Dragon ein zweischneidiges Schwert. Die Vertonung ist angenehm trashig und die guten deutschen Synchronsprecher scheinen hörbar Spaß gehabt zu haben. Leider wiederholen sich die Kommentare im Kampf viel zu oft und irgendwann möchte man sie einfach nur noch abschalten, was leider nicht geht.

Die Waffengeräusche sind okay und die Musik ist treibend ohne aufdringlich zu sein. Grafisch lässt mich das Spiel jedoch zwiegespalten zurück. Einerseits liefert die Dunia Engine ein starkes Gerüst ab, doch dieses wird bewusst auf retro umgestrickt, was subjektiv gesehen leider nur mäßig gelungen ist. Ich bin zwar kein Grafikfestischist, aber wirklich beeindruckt hat mich das Gesehene, trotz höchtmöglicher Einstellungen nicht und das obwohl ich die pixeligen Zwischensequenzen als durchaus passen empfand, denn diese fangen den B-Movie Charme gekonnt ein.
 Darüber hinaus drückt die ständige Dunkelheit im Spiel auch aufs Gemüt. Aber gut, die Endzeitstimmung wird dadurch recht gut vermittelt.

Keine Macht den Drogen! Kein Spiel ohne Botschaft!
Über die KI kann man weder meckern noch sie loben. Die meisten Gegner sind Kanonenfutter, gehen aber wenigstens in Deckung. Wirklich gefährlich wird uns jedoch später keiner mehr. Selbst Blutdrachen verlieren gegen Spielende gänzlich ihren Schrecken. Für einen Funshooter ist das Spielgefühl jedoch durchaus in Ordnung obwohl die Steurung für einen Shooter recht tastenintensiv ausfällt.

Umfang

Wenn man alles auf der Insel abarbeiten will, ist man gut und gerne 8-10 Stunden beschäftigt. Folgt man alleine der Haupthandlung, was angesichts des zunächst schwachbrünstigen Rex recht schwierig ist, dürfte ein Durchspielen auch in unter 5 Stunden möglich sein. Bei mir flimmerte nach etwa 7 Stunden der Abspannt über den Bildschirm und da hatte ich etwa die Hälfte aller Garnisonen eingenommen.

Zusammenfassung

Blood Dragoon ist Edeltrash mit all seinen Ecken und Kanten. Die Story ist herrlich übertrieben und die Charaktere entsprechend überzeichnet. Viele Klisches werden bedient und allein die Idee die Engine auf retro zu stricken verdient Anerkennung.

Leider mangelt es an der Durchführung. Der Open World Teil wirkt aufgesetzt und überflüssig. Eine längere (gern auch lineare) Kampagne hätte da für mehr Spielspaß gesorgt. Aber für 6 Euro im Sale macht man eigentlich nichts falsch, sofern man Shooter mag und mit dem Setting was anfangen kann.

Der derbe Humor, die trashige Story und das erinnerungswürdige Tutorial retten Blood Dragon gerade so aus der Mittelmäßigkeit. Von mir gibt es 6/10 grüne imperiale Daumen nach oben.
Mehr Haupthandlung und weniger streckendes Beiwerk wären das Salz in der Suppe gewesen. 

Freitag, 20. Juni 2014

Unendlicher Spielspaß mit Infinite Space

 


Sowas? Ein Review zu einem Spieltitel der schon 4 Jahre auf dem Buckel hat. Ja, warum auch nicht! Zumal sich dieses Spiel die Lorbeeren wirklich verdient hat. Nach inzwischen über 100 Stunden Spielzeit kann ich mit Fug und Recht behaupten: Infinite Space ist ein Knaller und es macht süchtig. Sympathische Charaktere, spannende Raumschlachten und die Handlung rund um mysteriöse Artefakte, sogenannte Epitaths, fesseln einen für unzählige Stunden an den DS/3DS.

Eine Warnung an Lesefaule und Leute die kein Englisch können: Das Spiel ist komplett in Englisch und kommt mit jeder Menge Text daher. Die Anleitung ist zwar in Deutsch und klärt das Wesentliche, aber um in den vollen Genuss der Story um Yuri und Co. zu kommen, sollte man schon zumindest ein gutes Schulenglisch beherrschen.

Allgemeines

Ich will nicht zu viel zur Handlung spoilern, doch der Spieler gelangt über kurz oder Lang in den Besitzt einer kleinen Raumstreitmacht, die er dann kontinuierlich und das nötige Geld vorausgesetzt immer weiter aufrüsten kann.
Die Itemspirale und Optimierung der Flottille macht auch den besonderen Reiz des Spiels aus, denn man  ist immer bestrebt, dass Optimum an Ausrüstung und Offizieren (die mit der Zeit an Erfahrung gewinnen) zusammenzustellen. Dabei müssen für jedes Schiff gewisse Voraussetzungen geschaffen werden. Unter anderem müssen ausreichend Crewquartiere eingebaut werden um die Mindeststärke der Besatzung für das jeweilige Schiff zu erfüllen.So muss man immer taktisch vorgehen und individuell enscheiden, wie man den verfügbaren Raum an Bord nutzt, denn es gibt eine Vielzahl an Modulen, die die Effektivität im Kampf steigern und somit der eigenen Flotte zu Gute kommen. Doch Achtung, nicht jedes Modul passt in alle Schiffe. Und so beginnt sie die Itemspirale zu drehenund die Hatz nach besseren Modulen für das persönliche Lieblingsschiff ist eröffnet.

Ausrüstungstetris! Mehr Raumjäger sind immer gut, doch wo bringe ich dann mein Crew unter?
Abseits der Haupthandlung warten immer wieder kleinere Gefechte mit Piraten auf den Spieler in denen man seine Flotte dann auf  ihre Tauglichkeit hin testen kann. Kommt es zum Kampf, hat man unterschiedliche Optionen die jedoch recht simpel gehalten sind. Rücke ich vor und verkürze die Distanz zum Gegner, sende ich Raumjäger aus, die den Feinden Nadelstiche versetzen, fliege ich Ausweichmanöver um Energie für eine Feuersalve aufzuspaaren oder bleibe ich auf Distanz und zermürbe den Gegner mit meinen Langstreckenwaffen. Die taktischen Möglichkeiten sind vielfälltig, doch in ein einfaches Gerüst gebunden.

Die Steuerung der Kämpfe ist schnell verinnerlicht und beschränkt sich auf
wenige Berührungen mit dem Stylus
Später kommt dann auch noch die Möglichkeit hinzu feindliche Schiffe zu entern oder vernichtende Spezialfähigkeiten einzusetzen. Wer seine Energie im Auge behält und bedacht vorgeht sollte schon bald die beste Stategie für seine Flotte gefunden haben. Dann steht der Erkundung der Alls nichts mehr im Weg.
Folgender Trailer vermittelt einen recht guten Einruck vom Spiel und seinen Möglichkeiten.


Technik

Technisch ist Infinite Space im oberen Drittel der DS-Riege einzuordnen. Man sollte aber logischerweise keine HD Grafiken erwarten. Die Raumkämpfe sind für DS-Verhältnisse jedoch sehr detailliert und effektvoll in Szene gesetzt. Sicher, irgendwann drückt man die Kampfanimationen einfach weg, aber gerade das ist ein Feature was ich in anderen Spielen wie z.B. den alten Final Fantasy Teilen (VII-X2) schmerzlich vermisst habe.

Die Steuerung geht leicht von der Hand und ist nahezu vollständig auf den Stylus ausgelegt. Eine Schutzfolie für den Touchscreen sollte man aber schon auf dem DS haben, sonst sind deutliche Spuren nicht ausgeschlossen, denn gerade später kommt der Stylus recht oft zum Einsatz und sei es nur, um die Kampfanimationen wegzuklicken. ^^

Die Sprachausgabe im (Anime)Intro und während der Kämpfe ist sehr stimmig. Nur schade das man die Lautstärke der Musik und Soundeffekte nicht regulieren kann. Die stimmungsvolle Musik übertönt gerade in den Kämpfen manchmal die Sprachausgabe und das Fehlen eines Questlogs lässt einen des Öfteren zu Stift und Papier greifen. Doch das sind Punkte die ich zu verschmerzen gewillt bin.

Umfang

Das Spiel besitzt einen buchstäblich astronomischen Umfang. Nach meinen ersten Durchgang zeigte der Zähler immerhin 65 Spielstunden.
Erster Durchgang? Lohnt sich überhaupt ein neues Spiel? Ja! Infinite Space besitzt einen hohen Wiederspielwert, da man innerhalb der Story verschiedene Wege gehen kann, welche den Verlauf des Spiels beeinflussen.
Kämpfe ich für die Regierung oder auf Seiten der Rebellen? Auf welche Seite schlage ich mich in einem Krieg zwischen zwei Nationen? Jede dieser Entscheidungen hat Einfluss auf den Fortgang der Handlung und schalten unterschiedliche Missionen, Offiziere und Schiffspläne frei. Um alles zu erleben, alle Schiffsbaupläne zu finden und alle Crewmitglieder für die Spielinterne Datenbank zu bekommen, muss man das Spiel also mindestens zweimal durchspielen und selbst dann hat man wohl noch nicht alles gesehen. Danach läd das freie Spiel zu Eroberung der Galaxis ein. Wahrlich unendlicher Spielspaß! Naja fast! ;)

Zusammenfassung

Infinite Space ist eines der fesselnsten Spiele, die ich jemals für den DS gespielt habe und meine Sammlung ist nicht gerade klein.
Die Handlung ist spannend und glänzt durch unvorhersehbare Storywendungen (u.a. einem der größten WTF-Moment ever). Das Kernelement des Spiels, nämlich das Optimieren der eigenen Flotte macht schlicht süchtig und immer ist man auf der Suche nach neuen besseren Modulen, Offizieren oder Schiffsrümpfen.

Wegen kleineren technischen Dingen und den eher zufallsabhängigen Enterangriffen gibt es von mir "nur" 9/10 grüne imperiale Daumen nach oben.

Infinite Space ist eine der letzten großen Spiele-Offenbarungen für den alten DS. Wer nur ein wenig mit der Materie anfangen kann und einen DS oder 3DS sein eigen nennt, der sollte unbedingt einen Blick riskieren.
Wer FTL für den PC mag sollte vielleicht auch ein Auge auf Infinite Space werfen. Die Parallelen beider Spiele sind teilweise recht deutlich, sieht man vom Storyteil mal ab.

Man liest sich in den unendlichen Weiten des Alls! Ad Astra!

Montag, 16. Juni 2014

Lock S-Foils in attack position!

Ich bin ein Nerd! Zumindes was Star Wars und Star Citizen angeht. Dennoch habe ich lange Zeit mit mir gerungen, als es um die Anschaffung des X-Wing Miniaturenspiels ging. Nicht, weil es nicht gut ist, sondern weil es mir gelinde gesagt an festen Mitspielern fehlte.

Die Liebste rümpft bei Star Wars meist die Nase und der große Thronerbe war einfach noch nicht groß genug, um sich von Papa mit entsprechender Gegenwehr besiegen zu lassen. ;)

Dies hat nun ein Ende. Seit mehreren Wochen ist das Spiel endlich in imperialem Besitz, die ersten Schlachten wurden geschlagen und die Suchtspirale greift bereits um sich, denn die heimische Flotte wächst und gedeiht und ein mir bekannter "Star-Wars-Nerd" wurden bereits mitinfiziert. Doch worum gehts!?

X-Wing ist ein Tabletop Spiel, verzichtet jedoch auf das übliche anmalen und bauliche individualisieren der Modelle. Dies erfolgt hier über Ausrüstungskarten. Man kann also gleich anfangen loszuspielen. Ziel ist es das generische Geschwader auszuschalten oder eine der vorgefertigen Missionen zu erfüllen. Dabei muss man taktisch vorgehen, denn die Schiffe und individuellen Piloten die man diesen zuweisen kann, verfügen über unterschiedliche Stärken und Schwächen. Über ein Manöverrad plant man im Geheimen die Bewegung seiner Schiffe, nutzt Fähigkeiten und hofft dann in der Kampfphase auf sein Würfelglück, um dem Gegner möglicht viel Schaden zuzufügen, wobei kritische Treffer an der Hülle teils massive Auswirkungen auf das jeweilige Schiff haben.

X-Wing gehört dabei in die Kategorie - Leicht zu lernen, schwer zu meistern! - denn die bereits erwähnten Individualisierungen der Schiffe durch Ausrüstung und Piloten sorgen dafür, dass sich kein Match wie das andere spielt.

Mit dem Grundspiel erhält man 3 Schiffe (zwei Tie-Jäger und einen X-Wing), wobei sich die imperialen Raumjäger durch eine hohe Wendigkeit und der X-Wing durch Feuerkraft und Schilde auszeichnet.
Allein damit kann man schon eine Menge Spaß haben und sich mit den Regeln und Möglichkeiten vertraut machen. Doch bald schon kommt der Hunger nach mehr und man greift nach den Sternen zahlreichen Erweiterungen. Tie-Bomber, Tie Abfangjäger, Tie Advanced, Y-Wing, A-Wing, B-Wing doch auch Berühmtheiten wie der Millenium Falke oder die Slave One wollen in die Flotte integriert werden und jedes Schiff erweitert das Spiel mit neuen Fähigkeiten, Möglichkeiten und Ausrüstungs- komponenten. Lobenswert ist hier zu bemerken, dass der Maßstab dabei stehts 1:270 beträgt und große Schiffe dadurch wirklich auch groß im Vergleich zu den anderen Modellen erscheinen. Ich bin gespannt wie die neuen Riesenmodelle (Corellianische Corvette und Mittlerer Transporter) auf dem Feld wirken werden.

Wie sehr mich das Spiel fasziniert, zeigt allein die Tatsache, dass ich mich am Wochenende hingesetzt und aus einer alten Gummimatte und einen Poster eine geeignete Spielfläche gebastelt habe. Und das, obwohl ich doch eigentlich zehn linke Daumen habe.

Das Resultat kann sich dennoch sehen lassen, auch wenn es nicht ganz den Spielempfehlungen eines 90x90 Spielfeldes entspricht.


Von mir bekommt X-Wing daher 10/10 grüne imperiale Daumen nach oben. ;)

Jeder StarWars Fan der auch etwas für taktische Brettspiele übrig hat, sollte vielleicht mal einen Blick wagen, zumal die Modelle äußerst schick gestaltet sind und sich somit auch toll in der heimischen Vitrine machen.

Freitag, 6. Juni 2014

Hands on ... Arena Commander

Ich hatte es ja Mitte der Woche schon angekündigt, dass ein Review zum Neusten spielbaren Star Citizen Modul nicht lange auf sich warten lassen wird. Ich habe also meinen alten Cyborg 3D Flightstick entstaubt und das Cockpit meiner 300i bestiegen. Erfreulicherweise nahezu gänzlich ohne technische Schwierigkeiten.

Allgemeines
Nachdem ich nun ca. 3 Stunden damit verbracht habe Vanduul zu pulverisieren kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass Star Citizen sich genau (naja mit ein paar Abstrichen) in die Richtung bewegt, die ich mir erhofft habe. Ich war plötzlich wieder 12 und lehrte bösen Außerirdischen das Fürchten. Chris Roberts und sein Team haben es tatsächlich geschafft in mir wieder die alte Wing Commander Euphorie zu wecken.

Sicher, das Fluggefühl ist recht gemächlich, doch das stört mich nicht, denn es gibt dem Spiel eher einen simulationsartigen Charakter. Wenn wir mal ehrlich sind, setzten auch alle bisherigen Wing Commander Spiele nicht wirklich auf ein Geschwindigkeitsgefühl, wenn man von der Wasp in Prophecy mal absieht. Das letzte was ich mir für Star Citizen wünsche ist ein Raum(kampf)simulator der mehr Arcadeshooter als Simulator ist.
Daher kann ich auch den Aufschrei verstehen, der momentan durch nahezu alle Fanforen geht. Aktuell hat man mit Tastatur und Maus wohl deutliche Vorteile bei der Steuerung.
Ich sage dazu nur, dass ich beides probiert habe und sich subjektiv die Steuerung über Joystick intuitiver und vor allem "echter" anfühlt. Man mag mit der Maus besser Zielen können, aber mit dem Stick ist man wesentlich agiler. Ich würde in solche Diskussionen eh nicht zu viel Energie stecken, da wir uns ja noch in einer frühen Alpha befinden. Gerade Steuerungstechnisch kann und wird sich noch viel ändern. Was man gegenwärtig im Flug jedoch alles steuern und einstellen kann lässt mich hoffen, dass der Arcade-Kelch an uns vorbei ziehen wird.

Sound
Zur Sound und Musikuntermahlung kann ich nicht viel negatives sagen. Der Bordcomputer lässt SciFi-Feeling aufkommen und die Musik ist passend. Einzig einige Waffengeräusche hinterlassen einen faden Eindruck und ich hätte mir vom Nachbrenner mehr Feedback erhofft, aber da das alles noch WIP ist, warte ich mal ab, was sich da noch tut.

Grafik
Grafisch kann Arena Commander auf ganzer Linie überzeugen. Die beiden verfügbaren Karten (Broken Moon und Dying Star) strotzen vor Details und laden zum Erkunden im Free Flight Modus ein. Am Beeindruckensten empfand ich die Karte Dying Star, doch davon könnt ihr euch weiter unten selbst ein Bild machen. Wirklich schick wird es jedoch erst, wenn noch ein paar Feindschiffchen ins Spiel kommen.
Die Kampfeffekte sind passend und in größeren Gefechten kommt durchaus Schlachtfeeling auf, wenn die eigenen Schilde auflackern, zusammenbrechen und der Computer nüchtern verkündet das man gerade seinen Hauptantrieb verloren hat. Das Schadensmodel der 300i benötigt zwar noch einiges an Feinschliff, aber überzeugt schon jetzt mit stimmungsvollen Details, da es sich nicht nur auf die äußere Hülle beschränkt. Es kann also durchaus vorkommen, das eine Konsole im Cockpit unter Funken und Rauchschwaden den Geist aufgibt und man plötzlich nur noch in einem fluguntauglichen Wrack dahindriftet. In diesem Fall hilft dann nur noch der Griff zum Schleudersitz, wenn der Gegner nicht schneller ist.

KI
Apropos Gegner. Die KI ist ordentlich und vor allem in den späteren Wellen recht aggressiv. Bisher sind mir diesbezüglich keine Aussetzer aufgefallen. Die feindlichen Jäger teilen sich auf, nehmen einen in die Zange und weichen geschickt den zahlreichen Hindernissen in den Leveln aus. Teilweise nutzen sie sogar die Driftfunktion ihrer Schiffe.

bewegte Eindrücke
Bilder sagen ja bekanntlich mehr als tausend Worte, also möchte ich hier und jetzt ein kleine Premiere feiern. Dank neuer Hardware ist es mir nun endlich möglich, eigene Videos aufzunehmen. Was liegt also näher, als euch einen kurzen Flugabschnitt in bewegten Bildern zu präsentieren. Ring frei für meinen YouTube-Channel und die ersten drei Vanduul Wellen auf der Karte Dying Star. Und keine Angst! Das Ganze ist unkommentiertes Spielmaterial und zeigt meinen zweiten vorsichtigen Ausflug in die "Weiten" des Alls.



Fazit
Das, was ich bis zum jetzigen Zeitpunkt gesehen und selbst gespielt habe lässt mich hoffen, dass Star Citizen die geschürten Erwartungen in realistischen Rahmen erfüllen wird. Da kommt ein Spiel von wahrlich galaktischen Ausmaß auf uns zu. Die Frage ist nur wann!? ^^

Ich hoffe, dass euch dieser kurze Exkurs einen kleinen Überblick zum Dogfightmodul geben konnte und gehe gerne auf eure Fragen ein. Auch konstruktive Kritik ist wie immer willkommen. ;)

Donnerstag, 6. Februar 2014

Radikal direkt!

Ich muss gestehen, das ein gewisses medienwirksames Känguru bisher an mir vorbei gegangen ist. Dank meines Brötchengebers und einer 6-stündigen dienstlichen Autofahrt ist dem nun nicht mehr so und das Känguru wird immer mehr Teil meiner Weltanschauung, den der Chronist versteht es, Gesellschaftkritik humoristisch auf dem Punkt zu bringen. In dem Fall würde ich sogar darüber hinweg sehen, dass das Beuteltier überzeugter Kommunist ist und im Imperium zweifelsohne für Stunk sorgen würde.

Ob als Buch oder Hörbuch ... ihr solltet unbedingt mal in die Chroniken und das Manifest reinschnuppern. Wer sich dann nicht auch noch die Offenbarung vorbestellt, dem kann ich diesbezüglich nicht mehr weiter helfen. ;)

Dienstag, 21. Januar 2014

In aller Kürze: Zuletzt gesehen (Dezember 2013)

Wolverine - Weg des Kriegers 
 ... war irgendwie naja! Was wohl an dem Japansetting und der eher dahinplätschernden Handlung lag. Ich habe mir mehr davon erwartet, wurde aber dennoch ganz ordentlich unterhalten. Die After Credits Szene hat viel raus gerissen! :D
Klauenskala: 7/10 

Ziemlich beste Freunde 
 ... ist der ziemlich beste Film, den ich in den letzten Monaten sehen durfte. Witzig, intelligent, herzergreifend und ohne Längen. Man muss für großartiges Kino nicht immer über den Teich schauen. Unbedingt anschauen!
Freundschaftsskala: 10/10 

Rango 
 ... hat mich nicht so vom Hocker gehauen, was in erster Linie an den seltsamen Setting lag. Eigentlich bin ich großer Westernfan aber hier wirkte es irgendwie deplatziert, auch wenn die Seitenhiebe auf bekannte Vertreter des Genre recht gelungen und einige Lacher dabei waren.
Spiel mir das Lied vom Tod-Skala: 6/10 

... die paar Minuten mehr helfen dem Film auch nicht aus der Katastrophe. Habe ihn zum zweiten Mal sehen müssen und bin immer noch nicht angetan vom Gesamtwerk. Die Zwerge und die Filmmusik reißen das Ruder gerade so in Richtung Mittelmaß rum. Ich habe selten so ein unpassendes Schneewittchen zu Gesicht bekommen. Absolute Fehlbesetzung! Zum Glück gab es ausreichend Bier um die Sinne zu betäuben.
Bierskala: 5/10

Die Eiskönigin - Völlig Unverfrohren
 ...ein typischer Disneyfilm für die ganze Familie, allerdings ist die Gesangsdichte im Vergleich zu Rapunzel deutlich angestiegen. Naja gehört halt irgendwie dazu und meine Jungs waren hellauf von Olaf begeistert.
Familienskala: 8/10 

Der Hobbit - Smaugs Einöde
 ... trifft das mittlere Drittel des Buches ganz gut und ist bei Weiten nicht so langatmig, doch ebenso bildgewaltig wie der erste Teil. Ich freue mich auf den Abschluss, halte es aber immer noch für gewagt, das Buch auf drei Filme aufzuteilen.
Drachenskala: 9/10 

The Expendables
 ...habe ich endlich nachholen können. Eine äußerst amüsante Verbeugung vor den Actionfilmen der 80er. Teil 2 wird wohl demnächt auf BR folgen.
Explosionskala: 8/10 

...ist eine der liebevollsten Interpretationen des Dickens Stoffes die ich je gesehen habe. Der Film gehört für mich zu Weihnachten wie die Rosinen in den Christstollen.
Geisterskala: 9/10

Mittwoch, 6. März 2013

Kurzrezension: Abschied vom Commander

Hiermit erteile ich Bioware Absolution von sämtlichen Sünden. Mit dem Citatel DLC von Mass Effect 3 haben sie sich selbst ein Denkmal gesetzt, übertrifft die Erweiterung in meinen Augen selbst das grandiose Shadow Broker.

Wenn es ein Spiel schafft, mich unter der Woche sechs Stunden am Stück so zu fesseln, kann das nur für die Qualität sprechen, vor allem wenn man bedenkt, dass ich eigentlich 23:30 Uhr nur mal kurz in den neuen DLC reinschnuppern wollte.
Als ich dann das nächste Mal auf die Uhr schaute, lag der erste Durchgang des DLC (ohne den neuen Kampfsimulator ausprobiert zu haben) hinter mir und es war 5:30 Uhr, womit bewiesen wäre ... Eine Stunde Schlaf ist besser als kein Schlaf. *räusper*

Aber zurück zum Citadel DLC ...
Bioware hat diesmal den Fokus auf das Team um Shepard gelegt und eine gehörige Portion Humor ins Spiel gebracht. Ehrlich, so herzlich gelacht habe ich schon lange nicht mehr und ich muss immer noch grinsen, wenn ich an die Kommentare einiger Gegner und Squadmitglieder zurückdenke. Es ist einfach erfrischend, dass die Entwickler dem Spieler hier mal keinen bierernsten Storyhappen präsentieren, sonder eine Handlung auftischen, die sich selbst nicht ganz so ernst nimmt. Spätestens im Ratsarchiv der Citadel, wenn man mit seiner gesamten Crew jagd auf den Bösewicht macht, bleibt kein Auge trocken.

Serienveteranen freuen sich zudem auf ein Wiedersehen mit zahlreichen Bekannten aus Mass Effect 1 und 2 und hier wird jeder belohnt, der sein Team über alle drei Teile gehegt und gepflegt hat und mit 6 Stunden+ stimmt auch der Umfang.

Danke Bioware für diesen unvergesslichen Abschied von Shepard und seiner Crew.
Uneingeschränkte Kaufempfehlung! 10/10

Say Normandyyyyyy!


PS: Wer im DLC die an Star Wars angelehnte Barszene erkennt bekommt keinen Keks!

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Das erste Mal!

Absolut unwissend, wurden die Imperette und euer geliebter Imperator Gestern Abend zu einem kulturellen Stelldichein 'gezwungen'.

Ohne Erwartungen führte uns eine Einladung, nennen wir sie mal Firmenweihnachtsfeier, ins ClackTheater, Wittenberg wo der Comedian Thomas Nicolai sein neustes Programm zum Besten gab. Das erste Mal!

Ich muss gestehen, ich bin ein recht humorvoller Mensch und lache auch mal über seichte Witze, aber wenn meine geschätzte Gattin aus dem Prusten nicht mehr rauskommt, dann muss das ein deutliches Indiz für einen gelungenen Abend sein.

Danke Thomas Nicolai für diese unbeschwerten  Stunden und das nette Gespräch samt Autogramm im Anschluss. Du bis eine echte Rampensau und ein Mann der tausend Stimmen! Gerne wieder lassen wir uns von Max Raabe, dem Grafen, den Toten Hosen, Klaus Kinski, Golum, Yoda, Darth Vader, Winni Puhh und nicht zuletzt Patrick Schleifer zum Lachen bringen!

Und für die, die ebenso unwissend sind, wie wir es vor Gestern Abend noch waren, hier einige kleine Eindrücke aus seinem neuen Programm, "Das Erste Mal".

Der schnelle Adelbert (Max Raabe Parodie)


Geboren um zu Hamstern (Unheilig Parodie)


Und als Rauschmeißer noch etwas Älteres für die Rammstein und Grönemeyer Fans



Mittwoch, 5. September 2012

The World is ended out there

Das Leben ist kein Ponyhof, das erfährt Lee Everett am eigenen Leib.
Wegen Mordes verurrteilt befindet er sich gerade auf dem Weg in den Knast, als die Apokalypse über die Welt hereinbricht und die Toten wieder zum Leben erwachen.


So, beginnt The Walking Dead, die grandiose neue Videospiel-Episoden-Reihe aus dem Hause Telltale Games, die ich kürzlich auf der Onlineplattform meines Vertrauens, preiswert ergattern konnte.
Basieren tut das Ganze auf den Comics von Robert Kirkman, denen man inzwischen auch eine sehr sehenswerte TV-Serie gewidmet hat (Im Oktober startet übrigens Staffel 3). 
Nachdem ich die ersten beiden Episoden, gestern mehr oder weniger in einem Rutsch (von knapp 6 Stunden) verschlungen habe, bin ich polarisiert von diesem interaktivem Erlebnis und möchte meine Meinung kurz in diesem (weitgehend) spoilerfreien Kurzreview kundtun.

Das Spiel, hat es geschafft mich derartig in das Szenario hineinzuziehen, wie schon lange kein Vertreter dieses Genre mehr. Der Überlebenskampf wird so glaubhaft dargestellt, das einem himmelangst werden kann, zumal viele Handlungen des Spielers Auswirkungen auf die kleine Gruppe Überlebender um Lee haben. Wenn man dann unter Zeitdruck auch noch vor die Wahl gestellt wird, welchen der Begleiter man rettet und wenn man opfert, rückt die Aussichtlosigkeit der Lage, in der sich der Protagonist befindet, fast schon in greifbare Nähe.

The Walking Dead ist trotz stilistischer Comicgrafik nichts für schwache Gemüter und führt uns in die Abgründe der menschlichen Seele. Der Splatterfaktor ist recht hoch und somit ist das Spiel definitiv auch nichts für Kinderhände.
Die moralische Entscheidungen haben selbst bei mir Gewissenbisse hervorgerufen. Wem gebe ich die letzten Lebensmittel, zählt das eigene Überleben oder der Zusammenhalt in der Gruppe. Werfe ich die Moral über Bord und gehe ich über Leichen, um ein Gruppenmitglied zu rächen? Ständig wird man vor Entscheidungen gestellt, die man im normalen Alltag nie treffen möchte. Der Tot ist allgegenwärtig und man weiß nie, wer aus der Gemeinschaft um Lee als nächstes ein Opfer unglücklicher Umstände wird (Episode 2 schlug mir da buchstäblich schwer auf den Magen).

Ich kann nur hoffen das die Zombieapokalypse noch lange auf sich warten lässt. Bis dahin empfehle ich allen die mit dem Szenario etwas anfangen können und einer packenden Handlung samt spürbaren Auswirkungen etwas abgewinnen können: Spielt The Walking Dead, es lohnt sich!

Hinweis: "Aktuell werden gute Englischkentnisse vorausgesetzt, um der Handlung folgen zu können. Eine lokalisierte Version ist, wie bei allen Telltale Games jedoch wahrscheinlich, sobald alle Episoden erschienen sind.

Hier noch als Rausschmeißer, der Trailer zu Episode 1.

Montag, 13. August 2012

Prometheus - oder wo kommt plötzlich die Leiter her?

Ich war am Wochenende im Rahmen des Gildentreffens, welchem ich noch ein eigenes Posting widmen werde, zusammen mit guten Freunden im Kino. Nach langem hin und her entschieden wir uns für Prometheus, war doch ein Großteil von uns bekennender Alien Fan.



Nun um es kurz zu machen, die hohen Erwartungen die ich persönlich in den Film gesteckt hatte wurden zwar nicht erfüllt, doch es war auch kein kompletter Reinfall.
Die Handlung ist spannend verfügt jedoch über einige Längen. Die drei Hauptcharaktere machen einen guten Job und ein wenig Hintergrund zur Entstehung der Aliens wurde auch geliefert. Soweit so gut, doch welchen beknackten Storywriter haben die bitte ans Drehbuch gelasen, dem es teilweise extrem an gesundem Menschenverstand mangelt.
90 Prozent des Cast benahmen sich wie hormongesteuerte Teenager in einem Slasher Streifen wenn es um das aus der Welt scheiden ging und auch sonst wurde man mit Logiklöchern konfrontiert, die auf keine Facehuggerhaut passen. Wer den Film gesehen hat wird den Wink mit der Leiter im Titel verstehen, um nur ein Besipiel zu nennen.

Ich hoffe hier rundet der schon angekündigte Extendet Cut das Gesamtbild etwas ab, den eigentlich ist Prometheus grundsolides SciFi mit einer Prise Alien und somit auch einen Blick wert.

Von mir gibt es daher auch 6/10 Punkte auf der Imperatorenskala.

Donnerstag, 25. August 2011

Angespielt: Xenoblade Chronicles

Lange habe ich auf dieses Spiel gewartet und selten wurden meine Erwartungen dermaßen übertroffen. Auch wenn es Xenoblade Chronicles erst zur Abenddämmerung der Wii Ära nach Europa geschaft hat und die Amis vorerst neidisch zu uns schauen, so ist es doch ein Lichtblick für jeden Core (RPG) Gamer der die Wii sein Eigen nennt.

Das Spiel bietet alles was man von einem guten Rollenspiel erwarted und mixt gekonnt Elemente von Vertretern dieses Genres aus Ost und West.
Hier mal ein paar Punkte die mich besonders freudig stimmen.
  • gigantische, lebendige Welt mit beieindruckender Weitsicht und interessantem Setting
  • fesselnde Story
  • Schnellreisefunktion
  • Tag und Nachtwechsel mit spürbaren Auswirkungen auf Gegner und Quests
  • Uhrzeit in der Spielwelt auf Wunsch jederzeit einstellbar (keine Wartezeiten)
  • Speichern nahezu immer möglich
  • Es gibt ein Questlog (für Japan RPGs eher eine Ausnahmeerscheinung)
  • interessantes, Echtzeitkampfsystem und fordernde Kämpfe
  • tolles, erwachsenes Charakter- und Gegnerdesign
  • Beziehungssystem zwischen dem Hauptcharakter, seinen Begleitern sowie zahlreichen NPCs
  • herrausragender Soundtrack und sehr ordentliche englische Sprachausgabe inkl. deutscher Untertitel
  • Spielzeit von etwa 150 Stunden, wenn man wirklich alles sehen will
  • und vieles mehr
Xenoblade Chronickles beweist eindrucksvoll, das man eben auch abseits vom HD-Grafik-Overkill sehr viel Spaß haben kann. Hier waren eindeutig Leute am Werk, die ihrem Spiel eine Seele einhauchen wollten und das ist ihnen auch gelungen!
Die Metascore und ausverkaufte Läden sprechen ich glaube für sich.
Ich für meinen Teil bin einfach nur sprachlos und will schnellstens nach Bionis zurück.



Wenn Pandoras Tower und The Last Story auch so gut werden, stehen mir viele schlaflose Nächte bevor. Zum Glück erscheinen diese aber erst 2012 in unseren Breiten.
Manchmal ist es echt nicht leicht, ein RPG Freak zu sein! ^^

Dienstag, 24. Mai 2011

Angespielt: The Witcher 2

Mit vorgefertigten Helden ist das in Rollenspielen immer so eine Sache, entweder man bekommt einen supertollen Sunnyboy vorgesetzt, bei dem jeder Hetero-Mann das Kotzen bekommt (z.B. Final Fantasy), oder es ist ein gesichtsloser Nobody mit dem man zwar Spaß haben kann, aber der trotz Entscheidungen des Spielers platt wie ein Crepes bleibt (setze hier nahezu jedes x-beliebige Action RPG ein). The Witcher 2 ist eine der großen Ausnahmen, den mit dem Hexer Gerald kommen sowohl weibliche Spieler als auch harte Jungs voll auf ihre Kosten.



Lehnt euch zurück und lasst euch von mir nach Temerien entführen, denn nun folgen die ersten 10 Stunden die ich in The Witcher 2 verbracht habe, in Stichpunktform kurz umrissen. Das Ganze ist weitgehend Spoilerfrei bzw. kratzt die Ereignisse nur an der Oberfläche an.

Prolog:

  • Hmm, welchen Schwierigkeitsgrad nehme ich denn? Ach Normal sollte ich doch dicke packen. Schließlich spiele ich nicht erst seit Gestern Computerspiele. *klick*
  • Oh, selbst im Kerker wird man von weiblichen Rundungen nicht verschont. *freu*
  • Toll! Rückblenden führen mich stimmungsvoll und mit dem witchertypischen Bettgerangel ins Spiel ein. Auch wenn das Schäferstündchen (leider) jäh unterbrochen wird. 
  • Ich starre mit offenen Mund auf ein Heerlager und eine belagerte Burg. Die Grafik, die Stimmung, die Welt, alles wirkt lebendig und wie aus einem Guß. Klasse!
  • Schmunzelnd übernehme ich die Zielzuweisung für eine Ballliste, die der König selbst bedient
  • Es kommt zum ersten ernsthaften Kampf. Ein Klick hier, ein Klick da und dann liegt Gerald  tot im Dreck. Hmm!
  • Dann soll ich alleine einen Turm stürmen. Ob das wohl gut geht? Ich renne und rolle vorwärts und nur Sekunden später ... wird der letzte Spielstand geladen.
  • Langsam fitze ich mich in die Spielmechanik ein. Ich sterbe deutlich weniger.  ^^
  • Geil ein Drache! Aber wieso brennt mein Hexer plötzlich?
  • 15 Minuten und 10 Tode später bin ich am Drachen vorbei. War eigentlich gar nicht so schwer wenn man weiß wie. ^^
  • Ich betrete einen Tempel durch die Hintertür und laufe einem schwer gepanzerten Ritter und seinen Mannen in die Arme. Ladebildschirm ....
  • Ich beginne verstärkt Zeichen (die Magie in The Witcher 2) einzusetzen und siehe da, das Spiel wird deutlich leichter
  • Die Rückblenden enden und die Story geht richtig los.
  • Die Flucht aus dem Knast ist gelungen und außer dem Folterknecht habe ich niemanden ernsthaft auf die Finger gehauen. Der hat es aber auch verdient gehabt. Man(n) quält schließich keine halbnackten Baronessen. Pfui!
    Gut, sie hatte auch was bei mir gut denn schließlich habe ich ihren Sohn während der Belagerung filetiert, aber das war  ein "ehrliches" Duell, Popeliger Mensch gegen Mutant.
  • Der Prolog endet, ein Schiff bringt mich in den ersten Akt und ich habe das Gefühl, ich werde einige meiner getroffenen Entscheidungen noch bereuen
Akt 1:

  • Die Antagonisten werden eingeführt und ich laufe prompt in einen Hinterhalt gemeiner Eichhörnchen. Was folgt ist in meinen Augen das lustigste Rückzugsgefecht in der Computerspielgeschichte. Allein schon wegen der Dialoge.
  • Gerald und seine Freunde erreichen das Dorf Flotsam und retten zwei alte Bekannte vor dem Galgen. 
  • Ab sofort endet die lineare Einführung und ich kann frei das Gebiet erkunden.
  • Mit einigen Nebenquests in der Tasche verlasse ich das geschützte Dorf und laufe einem so genannten Nekker in die Arme. Och der ist ja winzig, den haut Gerald  mit zwei Schlägen bestimmt aus den Latschen. Klick, Klick, Klick ... Ladebildschirm
  • Ähm peinlich, ohne Silberschwert kann natürlich auch der beste Monsterjäger nix gegen dieses Gesocks anrichten, also auf zum Dorfschmied und Ersatz für die im Prolog verlorene Spezialwaffe besorgt, denn wie auch schon im Vorgänger sind Monster nur für Silberwaffen anfällig, während menschliche Gegnern eine Allergie gegen Stahl haben.
  • Der Nekker liegt im Staub und ich wage mich an eine Gruppe von drei Vertretern dieser Gattung. Ladebildschirm ...
  • Ich spiele kurz mit dem Gedanken den Schwierigkeitsgrad runterzuschrauben verlagere dann aber zunächst meine Prioritäten auf das Dorf. Da gibt es schließlich keine Monster. Naja zumindest keine, die man auf den ersten Blick als solche erkennen kann. ^^
  • In der darauffolgenden Stunde mische ich den örtlichen Fight Club auf, werde Champion im Armdrücken, investiere in das lokale Freudenhaus *räusper* und beende die Rauschmittelverkäufe eines sorglosen Händlers. Dessen Rezeptur könnte ich jetzt an einen zwielichtigen Typen verkaufen entscheide mich aber dagegen. Was natürlich wiederum Konsequenzen hat.
  • Memo an mich: Mein Gerald braucht dringen ein besseres Stahlschwert
  • Gerald ist nun Stufe 8 und ich traue mich erneut vor die Dorfmaueren
  • Bloßer Schwerteinsatz bringt mich nicht weit, aber ich lerne die Vorzüge von Fallen und Bomben zu schätzen
  • Der Wald wirkt trotz fester Pfade dicht, lebendig und bedrohlich. Die Tag-/Nacht-/Wetterwechsel sind einfach grandios umgesetzt worden und haben sogar spielerisch Auswirkungen
  • Im Laufe meiner Streifzüge beende ich die Nekkerplage und lege mich mit einer Endriagen Königin an (Mix aus Spinne und Skorpion) Klick, Klick, Klick ... Ladebildschirm
  • Memo 2 an mich: Frontalangriffe enden in The Witcher 2 oft mit dem Tod.
  • Das Erfolgsgefühl ist überwältigend als auch die zweite Königin ins Gras beißt. So langsam mausert sich mein Gerald zum echten Monsterjäger.
Fazit nach 10 Stunden:
Für mich ist The Witcher 2 das bisher beste (PC) Spiel 2011.

Trotz seines anfänglich recht hohen Schwierigkeitsgrads ist es extrem motivierend. Das liegt in erster Linie an der grandiosen Präsentation und der stimmigen Welt. Vorbei sind die Zeiten von Blümchenfantasy. In Temerien geht es dreckig und rau zu. Entscheidungen haben teilweise weitläufige Auswirklungen, so dass für den nötigen Wiederspielwert gesorgt ist.
Nach gefühlten 200 Toden (vieleicht waren es auch ein paar mehr) habe ich mich in die Spielmechanik eingearbeitet und hatte immer Spaß dabei. Die Lernkurve ist zwar steil, aber wenn man einmal den Dreh raus hat und Geralds Ressourcen zu nutzen weiß ist man (fast) jeder Herrausforderung gewachsen. Warnung: Für unerfahrene Spiele könnte das Frustpotential zu Beginn recht hoch sein. Weicheier schalten dann den Schwierigkeitsgrad auf einfach, aber nicht mit mir. Ich lasse mich doch nicht von einem  als "Normal" titulierten Schwierigkeitsgrad einschüchtern. ^^
Ich freue mich jedenfalls schon auf meinen nächsten Besuch in Flotsam.

Übrigens: Das Gerücht was momentan in den Foren im Umlauf ist stimmt. Das Deaktivieren des Kopierschutzes (der ja eigentlich durch den Day 1 Patch beseitigt werden sollte) bringt wirklich bis zu 25% mehr Frames bei der BoxedVersion des Spiels. Auch die Ladezeiten verkürzen sich spürbar. Was ihr mit dieser Information anfangt ist nun eure Sache
Der ungeduldige sucht nach Zwischenlösungen während der geduldige Spieler auf einen baldigen Patch hofft.

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Zeig uns deinen Schlüpfer!

Eine Kurzrezension zu "Eine Insel"  (Nation).
    Bildquelle: www.audible.de

Klappentext:
„Wenn man alles verliert, wie soll man den Mut finden weiterzuleben? Einen Monat hatte Mau allein auf einem winzigen Atoll im großen Pelagischen Ozean verbracht. Als Junge hatte er seine Familie verlassen; als Mann sollte er heimkehren zur Insel des Lichts. Doch ein vernichtender Sturm zog auf und eine gigantische Welle tötete alle Bewohner seiner Heimat.

Mau ist verzweifelt. Warum hat er allein die Katastrophe überlebt? Und wie konnten die Götter sie zulassen? Doch inmitten der quälenden Fragen und tiefer Trauer gibt es auch Hoffnung für Mau: Plötzlich steht ein fremdes Mädchen vor ihm – Daphne, die einzige Überlebende des gestrandeten Segelschiffes „Sweet Judy“. Gemeinsam können sie dem Schicksal die Stirn bieten und eine neue Welt erschaffen. Denn einer allein ist nichts, zwei dagegen sind eine Gemeinschaft.

Sie melken Schweine, bauen Hütten, brauen Bier und helfen jedem, der nach dem Sturm auf ihrer Insel strandet. Als schließlich auch Piraten und Plünderer bei ihnen landen, muss sich ihre neue Welt der größten Herausforderung stellen, um nicht ein zweites Mal unterzugehen …“


Mein Eindruck:
Mit gemischten Gefühlen wagte ich mich an Pratchetts Jugendbuch, das rein gar nichts mit der Scheibenwelt zu tun hat, doch schon bald verstoben alle meine Zweifel und ich konnte meine Ohren nicht mehr von dem Hörbuch lassen.

Wie ein roter Faden spannt sich Mau's Konflikt mit seinen Ahnen und den Göttern durch die Geschichte. Als Junge, der den Ritus zur Mannwerdung nicht abschließen konnte, ist er ein Gefangener zwischen den Welten, der von seinen Leuten aufgrund seiner Taten zwar geachtet aber Anfangs auch gefürchtet wird. Vom letzten Priester als "Dämonenjunge" beschimpft und den Geistern der "Großväter" bedrängt,  hält er jedoch tapfer an seinem Ziel fest, die Nation wieder zu alter Stärke zu führen. Aber nicht ohne seine eigenen Vorstellungen von richtig und falsch ins Spiel zu bringen. Und so lernt er seinen eigenen Weg zu gehen und sich gegen die Götter zu wehren. "Denn was nicht geschieht, Geschieht nicht!"

Obwohl "Eine Insel" im Grunde "nur" eine Robinsonade ist, macht das Buch einen frischen Eindruck, den bekanntes mischt sich mit neuen und teilweise fiktiven Elementen (z.B. Baumkraken, Großvatervögel, die Russische Grippe löschte das englische Königshaus aus), die jedoch plausibel eingewoben werden, als wären sie tatsächlich Teil unserer Welt. Patchetts typischer Humor und seine Erzählart wissen einfach zu fesseln und präsentieren eine Geschichte voller Seele, Herz und Abenteuer, die einen bleibenden Eindruck hinterlässt.
Die Protagonisten sind sympathisch, ihre Handlungsweisen nachvollziehbar und die anfängliche kulturelle Barriere zwischen Mau und Daphne (die eigentlich Ermintrude heißt) sorgt für den ein oder anderen Lacher. Ich finde es schön, dass diesmal "Der Wilde" im Mittelpunkt steht und seine Sichtweisen der "Zivilisation" nahe gebracht werden. So passt sich auch Daphne in nachvollziehbarer Weise immer mehr ihrer neuen Umgebung an und fängt nicht an, die Einwohner der Nation umzuerziehen. Es ist einfach köstlich wie sich diese "Wilden" über die Seltsamkeiten der "Hosenmenschen"  wundern, aber auch wie sie das "Geistermädchen" in ihre Gesellschaft integrieren. Da fragt man sich beiläufig wer hier eigentlich wirklich die Wilden sind. ^^

Mir hat das (Hör)Buch sehr gut gefallen. Stefan Kaminski haucht den teilweise skurrilen Figuren gekonnt Leben ein und wenn er als missratener Schiffs Papagei der "Sweet Judy" Großvatervögel ärgert (Siehe Überschrift! :D) , kann ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Ganz großes Kopfkino!

Mein Fazit: Für Jung und Alt absolut lesens- bzw. hörenswert !

Doch die wichtigste Frage bleibt.
Wo ist jetzt mein Bier?