... ein Bonsai.
So könnte man meinen ehemaligen Sportlehrer beschreiben, welchem ich
dieses Trauma bzgl. Fußball verdanke. Einige Damen bestanden ja auf Erklärung also bitte.
Zunächst müssen wir 19 Jahre in die Vergangenheit reisen. Damals, anno 1990, kam dieser Giftzwerg von Sportlehrer an die Schule des kleinen Imperators. Sein Ziel: Unterdrücken, schikanieren und brutale Ballspiele. Nachdem man den Schock über den Weggang der bis dato unterrichtenden, sehr beliebten, jungen Sportlehrerin halbwegs überwunden hatten, trat der "Urinstrumpf" in das Leben der unschuldigen Schüler und plötzlich wurde alles anders.
Sport wurde zum meist gehassten Fach und das Fälschen von Attesten zur florierende Geldeinnahmequelle auf dem
Schwarzmarkt Schulhof.
Dieser Mann war das erbarmungslose und ehrgeizigste Stück Lehrerabschaum welches dem Imperator bis dahin untergekommen war und niemals sollte ein Pauker ihm seinen Platz streitig machen. Anscheinend musste er seine 1.65 Körpergröße mit irgendwas kompensieren. Was lag also näher, als kleine Kinder zu quälen, die größtenteils noch kleiner waren als er.
Zu Demonstrationszwecken beim Judo wurde sich immer der schwächste, blasseste und am zerbrechlichsten wirkende Junge vorgeknöpft, er wollte sich ja schließlich nicht vor den versammelten Schülern blamieren.
Schweißausbrüche, Herz rasen und zitternde Hände waren an der Tagesordnung wenn er sich anschickte, einen "Freiwilligen" für den nächsten Wurf auszuwählen. Glücklicherweise etablierte sich schon bald ein fester Kader an "Freiwilligen" die regelmäßig von ihm durch die Mangel gedreht wurden. Der Imperator gehörte zum Glück nicht dazu, da er schon damals größer als der Sportlehrer war.
Die Jahre vergingen und wie von Schülern erwartet, fügten sie sich schweigend aber zähneknirschend in ihr Schicksal. Es muss so 1992 gewesen sein, als der Imperator seine Leidenschaft für Volleyball entdeckte und aktiv in einem Jugendverein zu trainieren begann. Das eben diese Sportart auch auf den Stundenplan für die Wintermonate stand kam ihm sehr gelegen und Sport begann plötzlich wieder Spaß zu machen. Doch dann kam der Frühling und es ging raus auf den schuleigenen Sportplatz. Die letzten 30 Minuten einer jeden Doppelstunde wurde ab da immer Fußball auf dem Schotterplatz gespielt, jede verdammte Woche. An sich wäre das ja ne feine Sache gewesen aber der Sportlehrer war der Meinung, dass er unbedingt mitspielen müsse. Selbstverständlich stellte er die Mannschaften zusammen, er wollte ja schließlich nicht auf der Verliererseite stehen. So sahen dann auch die Spiele aus. Auf der einen Seite die 10 besten Sportler, alle Fußballer und der Sportlehrer und auf der anderen die 11 Dummen, die so blöd waren sich für eine andere Sportart zu begeistern oder schlicht Kellerkinder bzw. dick und kurzatmig waren. Der Rest konnte sich glücklich schätzen und musste ein paar Runden auf der Aschebahn drehen oder Schiri spielen.
Dummerweise gehörte Der Imperator zu der Fraktion, die Fußball nicht professionell spielte, sondern höchstens mal zum Spaß im Hinterhof gegen das Leder trat. Folglich landete er meistens in dem Team, das es mit dem Bonsai aufnehmen musste, hier einfach mal Looser-Team genannt.
An der Zusammenstellung des Lehrer-Teams wurde übrigens auch Jahre später keine Veränderung vorgenommen. Immer standen die "professionellen" Fußballer an der Seite des Giftzwergs.
Ein typisches Spiel lief folgender Maßen ab. Nach spätestens 5 Minuten schied der Erste der Looser mit Schürfwunden und einem geprellten Knöchel aus dem Spiel aus, ihm folgen meist noch 2-3 "Mutige" aus der selben Mannschaft. Wie konnte sie es auch wagen sich mit dem Sportlehrer zu messen. Der verantwortliche Schiri hatte natürlich nix gesehen, schließlich vergab der Foulende ja am Jahresende die Noten. Danach brach die Motivation der Looser völlig ein, denn nun waren sie auch zahlenmäßig unterlegen. Spätestens zur zweiten Halbzeit wankten sie nur noch wie Zombies über das Spielfeld. Am Ende hätten die Tore der Lehrer-Mannschaft auch in einen Handballspielendstand auftauchen können (Erinnert mich irgendwie an das letzte Champions-League-Spiel der Bayern. ;D) .
Natürlich feierte sich besagter Sportlehrer nach jedem Spiel, als wär er ein Fußballgott. Und dann, irgendwann zerbrach etwas im Imperator und er beschloss, dass Fußball nix für ihn ist!
Bis Heute hat er diesen Schritt nie bedauert.
Ich hoffe damit sind alle Unklarheiten beseitigt. ;-)